HDMI-CEC zum Nachrüsten

So kann Kodi endlich durch der Fernseher gesteuert werden

Wer kennt das Problem nicht? Man möchte seine Medienbibliothek am Fernseher anschauen und muss dazu mehrere Fernbedinungen benutzen um zum Einen zwischen den Medien auszuwählen, die Lautstärke anzupassen oder den richtigen Eingang am Fernseher zu wählen. An vielen Stellen wünscht man sich eine Fernbedienung für alles. Hier beschreibe ich wie man mit wenigen Mitteln diese Steuerung ermöglichen kann, ohne eine teure Universalfernbedienung kaufen zu müssen.

Schon vor einiger Zeit hatte ich von HDMI-CEC gehört und fing an damit zu spielen. Zuerst aktivierte ich die Funktion bei meinem Fernseher und dem A/V-Reciever, sodass sich dieser mit dem Fernseher automatisch einschaltete. Um auch den Ton vom Fernseher wieder zurück in den Reciever zu bekommen habe ich die Audio-Return-Channel-Funktion des HDMI-Standards aktiviert. Durch diese zwei Handgriffe ist nun der A/V-Reciever mit dem Fernseher gekoppelt und andersherum. Die HDMI-CEC-Funktionalität bringen viele Multimediageräte bereits mit, seien es der Amazon Fire TV oder andere Streamingboxen, jedoch nennt jeder Hersteller die Funktion anders.

Nun bieten zwar viele Multimediageräte HDMI-CEC, doch sobald man sich einen eigenden HTPC bauen möchte findet man keine Hauptplatinen, die die Funktion unterstützen. In meinem Fall habe ich mich für ein Mainboard von Asrock entschieden. Es handelt sich um das J4205-ITX mit Apollo Lake Prozessor. Der Intel Pentium hat 4 Kerne und die für mich ausschlaggebende Eigenschaft eines H.265 Hardwaredecoders. Ein zweiter Kaufgund war die durch Asrock eingebaute HDMI 2.0 Schnittstelle, wodurch ich meinem Fernseher eine 4k-Auflösung mit 60Hz zuführen kann. Auch das J4205-ITX bietet wie fast alle Mainboards kein HDMI-CEC, weshalb ich mich dazu entschieden habe nachträglich einen Adapter von Pulseeight zu verbauen. Für interessierte ist hier der Link zur Website: Pulseeight.

In den oberen Bildern sind beide Platinen abgelichtet. An dieser Stelle sei erwähnt, dass in vielen Testberichten des Mainboards erwähnt wird, dass es etwas zickig bezüglich des Arbeitsspeichers sei. In meinem Fall hatte ich vielleicht Glück, da es offiziell keine 2GB-Riegel unterstützt, es aber trotzdem ohne Probleme funktioniert. So konnte ich neben dem alten Arbeitsspeicher auch noch eine alte SSD aus meinem Sammelsurium verwenden. Als späteres Betriebssystem kommt LibreELEC mit der Multimediasoftware Kodi zum Einsatz.

Da der CEC-Adapter möglichst platzsparend sein soll, habe ich mich entschieden den internen Adapter der USB-Version vorzuziehen. Um den Adapter nun zu nutzen ist etwas Planungs- und Lötarbeit nötig. Zuerst galt es herauszufinden, welche Belegung die Kabel des CEC-Adapters haben und an welche Kontakte der Adapter auf dem Mainboard angeschlossen werden muss. Nach kurzer Einsicht des Datenblattes wird esichtlich, dass ein USB-Port, eine 5V-Stromversorgung für den Standbymodus, eine Verbindung zum Powerbutton und eine Verbindung zum CEC-Datenpin des HDMI-Ports benötigt werden. In den folgenden Bildern habe ich die Pinbelegungen eingezeichnet. Insgesamt sind die Pinbelegungen bei allen Mainboards gleich, da es sich um standardisierte Verbindungen handelt, einzig die Belegung des Frontpanels ist von Board zu Boerd unterschiedlich, weshalb ich hier auf eine detaillierte Bescheibung verzichte.

Pin Beschreibung
HDMI Pin 13 HDMI-CEC-Signal
ATX Pin 9 +5V Standbyspannung
USB_6 Pin 1 USB Power +5V
USB_6 Pin 2 Data P-
USB_6 Pin 3 Data P+
USB_6 Pin 4 GND

Die Montage war schnell erledigt und LibreELEC installiert. Kodi hat den Adapter bei mir automatisch erkannt und eingerichtet, da die Kodientwickler eng mit Pulseight zusammengearbeitet haben. Nach nun längerer Zeit im Einsatz habe ich kaum Probleme, wenn allerdings Probleme auftreten, stören diese jedoch sehr. So kommt es vor, dass erst nach 1-2 Minuten die CEC-Befehle umgesetzt werden und man in der Zeit doch lieber zu einer normalen Fernbeidenung greifen würde. An dieser stelle sehe die Probleme eher bei dem Fernseher, da die Probleme auch mit meinem Fire TV auch schon aufgetreten sind. Trotzdem gefällt mir die aktuelle Lösung sehr, da sie nicht alltäglich ist.

 
comments powered by Disqus