Lautsprecherbau: Needle

Baubericht eines Klangwunders

Wer kennt es nicht, die Freude wenn Musik einfach gut klingt und man richtig abtauchen kann? Diesen Musikgenuss möchte ich in der neuen Wohnung richtig aufleben lassen. Aktuell hängen an meinem AV-Reciever zwei Lautsprecher auf Omas Keller. Die sind zwar schön und gut, doch ich weiß das es auch weitaus besser klingen kann. Also nehme ich den anstehenden Umzug als Anlass mir selbst neue Standlautsprecher zu gönnen. Was man aus wenig Geld machen kann lest ihr im folgenden Baubericht.

Die Entscheidung neue Lautsprecher zu bauen kommt nicht nur von dem Wunsch nach besserem Klang, sondern auch von dem Platzbedarf der alten Lautsprecher. Nun sollen schlanke und elegante Standlautsprecher her. Schon vor langer Zeit, war ich auf den Lautsprecherbausatz der Needle gestoßen. Genauer der Needle mit einem Dayton RS-100-4 als Treiber. Klanglich muss ich vorweg greifen, dass die Standboxen wirklich atemberaubend sind – denn dem Aussehen nach muss man erst einmal schmunzeln. Aber nun genug der Einleitung, es geht los mit dem Bau:

Als Holzbasis bieten sich MDF-Platten an, da sie klanglich und preislich die beste Wahl bilden. So durften die Platten mal vor dem Verleimen probe liegen. Man sieht, dass entgegen der Vorstellung mancher, ein Lautsprechergehäuse nicht einfach nur leer ist. Auch wenn der Aufbau hier sehr einfach ist, ist er dennoch wirkungsvoll. Für Einsteiger ist das optimal, denn es geht schnell von der Hand und als ersten richtigen Eingenbau-Lautsprecher ist das mal ein guter Anfang. Ich habe den Lautsprecher aber nicht wegen seiner Einfachheit ausgewählt, sondern wegen des Preises, der Größe und dem Klang. Das schlanke Gehäuse gefällt mir sehr gut und, dass soviel Volumen aus einem einzigen 4″ Treiber kommen kann beeindruckt mich ebenso. Um die Größe in Zahlen zu fassen: Das Gehäuse ist knapp 1m hoch, 15cm breit und ca. 20cm tief. Gerade diese 1m an Höhe sorgen dafür, dass der Lautsprecher die Details direkt auf Hörhöhe ausstrahlt. Anschließend, wenn alles passt, geht es schrittweise ans Verleimen. Dank des mitgelieferten Bauplans sollte dies für jeden machbar sein. Während der erste Leim trocknet, habe ich die „Frequenzweichen“ zusammengelötet. Es ist um genau zu sein lediglich ein Sperrkreis, der zu hohe und zu tiefe Frequenzen filtert. Also ein einfacher Tiefpass und Hochpass. Alles in allem kein Hexenwerk, denn es wird sogar eine Platine mitgeliefert.

Da ich absolut keine Ahnung habe, wie man ein Lautsprechergehäuse bedämpft, habe ich unten ein Bild gemacht, wie das nun bei mir aussieht. Dämpfung mit Sonofil ist nicht schwer, und es hört sich für meine Ohren an sich seht gut an und ich erfreue mich jedes Mal an diesen Lautsprechern. Die Frequenzweichen sind bereits darunter festgeschraubt. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden.

Nachdem alles fertig verleimt und verschliffen war, ging es ans Lackieren. In meinem Fall hab ich die Lautsprecher nach dem Grundieren seidenmatt Feuerwehrrot angemalt. Mit der Farbrolle hat das auch recht gut ausgesehen und es war nicht zu viel Aufwand. Da ich direkt auch den Dayton RS 100-4 und das Anschlussterminal einbauen wollte, habe ich direkt mal meinen Akkukoffer ausprobiert. Auf den Bildern wirkt die Oberfläche schlecht verschliffen, aber in real sieht und fühlt man das nicht. Hier also noch ein paar abschließende Bilder:

So stehen sie also in meiner Wohnung. Was kann ich nun zum Klang sagen? Ich kann lediglich die neuen Lautsprecher lediglich mit den alten vergleichen. Die alten waren niedriger und von daher hat man auf Hörebene nicht so klare Höhen gehabt. Der Bass ist im Vergleich zu den alten Trümmern natürlich dünner, aber nicht weniger kraftvoll. Die tiefen erfüllen den Raum mit einem angenehmen Bass. Partylautsprecher sehen natürlich anders aus, aber für ebendiesen gewünschten Musikgenuss sind die Needles echt super. Meinem Eindruck nach, hat sich diese Investition wirklich gelohnt! Der Kostenpunkt am Ende übrigens bei circa 130€ für zwei Lautsprecher.

 
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